Geschichte 
der Holzkegelbahn Weildorf Für Weildorf hatte das Ensemble um den ehemaligen "Gasthof Adler" eine besondere wirtschaftliche und gesellschaftliche Bedeutung. Dies gilt auch für die historische Holzkegelbahn. So entnehmen wir der aktuellen amtlichen Begründung der Denkmaleigenschaft dieser Anlage:
Ein Objekt
mit Denkmal-eigenschaft
Der "Adler" war das mit der Taverngerechtigkeit ausgestattete Gasthaus der Ortschaft Weildorf, in dem sämtliche offiziellen Feierlichkeiten wie etwa Hochzeiten stattzufinden hatten. […] Am Ende des 19. Jahrhunderts wurde das Gelände jenseits des Baches der Gastwirtschaft zugeschlagen und durch eine kleine Brücke mit gusseisernem Geländer mit dem bisherigen Grundstück verbunden. Hier entstand neben großen Brauereigebäuden […] als zusätzliche Sommerattraktion ein kastanienbestandener Biergarten mit hölzerner Kegelbahn und Trinkhalle. Kegeln war insbesondere um die vorletzte Jahrhundertwende ein in allen Kreisen beliebtes Vergnügen. Um die Attraktivität ihrer Gasthäuser zu erhöhen, bauten viele Wirte eine eigene Kegelbahn. Da es sich in der Regel um einfache Holzkonstruktionen handelte, haben nur wenige die Zeiten überdauert. Es handelt sich bei der mit Laubsägearbeiten verzierten Kegelbahn in Weildorf um ein besonders reizvolles Exemplar dieser inzwischen selten gewordenen Gattung.

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Postkartenausschnitt aus der Zeit um 1910. Links neben dem Gasthof Adler das ehemalige Brauereigebäude; davor das noch erhaltene Hinweisschild "Gartenwirtschaft", das den Zugang zum Biergarten markierte.
Die erste 
urkundliche Erwähnung der Kegelbahn
Offensichtlich ist in der Zwischenzeit, also um die Jahrhundertwende die Kegelbahn errichtet worden. Wie wir aus übereinstimmenden Erzählungen der damaligen Zeitzeugen wissen, wurden die Kegelbahn und der Biergarten auch nach dem Brand der Brauerei vom 13. Mai 1909 genutzt und dienten der Dorfgemeinschaft in vielfältiger Weise als Treffpunkt.
Für die 1863 von Josef Kohlhund gegründete Brauerei standen Ende des 19. Jahrhunderts verschiedene Baumaßnahmen an. Aus den Lageplänen zu den Baugesuchen des letzten Brauereibetreibers, Alois Sporer, geht hervor, dass sich 1899 im Adlergarten zwar ein Gebäude - etwa an der Stelle der Trinkhalle der heutigen Kegelbahn - befand, aber erst im Lageplan von 1901 wird eine Kegelbahn mit Trinkhalle ausgewiesen.
Lageplan aus dem Baugesuch vom Oktober 1899 zum Bau eines Lager, Gähr- und Eiskellers. (Hinweis: Die roten Linien zeigen den heutigen Baubestand). Lageplan aus dem Baugesuch von 1901 zur "Erbauung eines neuen Bierkellers, Sud- u. Maschinenhaus".
Bis in die späten Sechziger-Jahre wurde auf der Holzkegelbahn gekegelt, wenngleich immer mehr vollautomatische Kegelbahnen in Betrieb genommen wurden, die keinen "Kegelbuben" zum Aufstellen der Kegel benötigen und die bei jeder Witterung und Jahreszeit bespielt werden konnten.
Niedergang der Holzkegelbahn und des Adlergartens
Adlergarten mit Baumbestand und Kegelbahn/Trinkhalle vor der Sanierung (Frühjahr 2010).
Die Nachfrage nach der altherkömmlichen "Freiluft-Holzkegelbahn" ließ daher stetig nach. Parallel dazu verschlechterte sich witterungsbedingt der Zustand der leichten Holzbausubstanz ständig, bis das Kegeln nicht mehr möglich war.
Der Wassereinbruch durch das undichte Dach zeigt seine folgenschweren Spuren in der Kegelbahn.
Die Rückseite der Kegelbahn vor und nach der Sanierung Fahren Sie mit der Maus über das Bild von links nach rechts und wieder zurück, um den Vergleich zu sehen.
2008: "Weltweite Finanzkrise mit verheerenden Folgen für die Wirtschaft", "leere öffentliche Kassen". Begriffe, die zunächst alles andere auslösten als Erwartungen, dass sich Träume erfüllen… Und doch trugen diese Ereignisse mit dazu bei, dass die überraschende Rettung eines dem Zerfall ausgesetzten Kulturdenkmals in letzter Minute in die Gänge kam.
Die Rettung
Mit Zuschussmitteln aus dem im Januar 2009 von der Bundesregierung beschlossenen Konjunkturpaket II wurde unter Bürgermeister Manfred Härle von der Gemeinde das Gelände um den "Adlergarten" erworben sowie seine Neugestaltung und die grundlegende Sanierung der historischen Holzkegelbahn in Angriff genommen. Bei der Vorbereitung zu den Abbrucharbeiten brachten sich Mitglieder aus dem Musik- und dem Narrenverein Weildorf ein und entrümpelten die Kegelbahn, die mit Zustimmung der Familie Schweiger in den Jahren zuvor auch als Unterstellmöglichkeit für so manches Vereinsgerät genutzt werden durfte.
Die Trinkhalle vor und nach der Sanierung Fahren Sie mit der Maus über das Bild von links nach rechts und wieder zurück, um den Vergleich zu sehen.
Abbrucharbeiten im Juni 2010 (Blick aus der Trinkhalle auf die Kegelbahn), die angesichts des Bauzustandes noch einmal die Dringlichkeit der Sanierungsmaßnahmen verdeutlichten. Das Räumkommando (v.l.n.r.: Alfons Lohr, Martin Reinwald, Stefan Lohr, Michael Schweiger, Jonas Dierberger, Josef Winter, Alfons Dierberger, Marcus Freiheit, Bruno Sailer, Martin Walk).
Entrümpelung der Kegelbahn im März 2010.
Den Abbrucharbeiten im Juni 2010 folgte eine neue Fundamentierung für die Kegelbahn und die Neugestaltung des ehemaligen Adlergartens sowie des neuen Dorf-Festplatzes zwischen Kegelbahn und Eiskeller der ehemaligen Brauerei.
Die Rückseite der Kegelbahn vor und nach der Sanierung Fahren Sie mit der Maus über das Bild von links nach rechts und wieder zurück, um den Vergleich zu sehen.
Die Kegelbahn bekommt ein neues Fundament (Juli 2010; im Vordergrund: Daniel Ziegler, Baggerführer: Franz Ziegler). Auch der Adlergarten wird neugestaltet (August 2010). Im Hintergrund rechts das bereits fertig gestellte neue Fundament für die Kegelbahn.
Blick vom Adlergarten aus auf die Trinkhalle vor und nach der Sanierung Fahren Sie mit der Maus über das Bild von links nach rechts und wieder zurück, um den Vergleich zu sehen.
April 2011 Fertigstellung
Im April 2011 waren die Sanierungsmaßnahmen abgeschlossen. Die neu errichtete und sanierte Kegelbahn wartete auf ihre Inbetriebnahme, die zur Eröffnung des erstmals auf dem neuen Dorfplatz stattfindenden Weildorfer Gassenfestes (03. bis 05.06.2011) mit einer feierlichen Übergabe an die Dorfgemeinschaft stattfand.
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Die historische Brücke über den Hangenbach als Verbindung zwischen ehemaligem Gasthof Adler und Adlergarten bzw. Kegelbahn Fahren Sie mit der Maus über das Bild von links nach rechts und wieder zurück, um den Vergleich zu sehen.
Blick vom Adlergarten auf Trinkhalle und Vorraum der Kegelbahn. Die filigrane Trinkhalle mit Kegelbahn und offenem Vorraum trägt als besonderen Schmuck nach den alten Vorbildern handgefertigte Dachreiter, die aus der Bürgerschaft gespendet wurden.
Die handgefertigten Dachreiter vor und nach der Sanierung Fahren Sie mit der Maus über das Bild von links nach rechts und wieder zurück, um den Vergleich zu sehen.

 

Freundeskreis Historische Kegelbahn Weildorf

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